Man sagt ja, dass alle guten Dinge drei sind. Wenn das stimmt, dann war die diesjährige Honigernte mit meinen drei fleißigen Bienenvölkern geradezu perfekt. Okay, zugegeben – wenn ich mir die prall gefüllten Lager manch anderer Imkerkollegen ansehe, kommt schon ein bisschen Neid auf. Aber hey, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, und meine kleine Imkerei Süßhobel schon gar nicht!
Drei Völker und ein Traum
Nach der letztjährigen Saison, in der die 150 Gläser schneller weg waren als ein Schwarm im Mai, hatte ich eigentlich große Pläne für 2025. Die Realität hatte aber andere Vorstellungen. Mit nur drei Völkern am Start war die Erntemenge dieses Jahr überschaubar – um es diplomatisch auszudrücken. Aber wisst ihr was? Diese drei haben sich wirklich ins Zeug gelegt und jeden einzelnen Tropfen Nektar aus den Blüten rund um ihre Wiese in Stein geholt.
Die Qualität macht mich richtig stolz. Das charakteristische Himbeeraroma, das unseren Honig so besonders macht, ist auch dieses Jahr wieder wunderbar zur Geltung gekommen. Wenn ich ein Glas öffne und daran rieche, bin ich sofort wieder bei meinen Bienen auf der Wiese, höre das beruhigende Summen und spüre die Sonne im Gesicht. Es ist diese Verbindung zur Natur, diese Unmittelbarkeit, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert – gerade als Kontrast zu meinem digitalen Alltag in Wien, wo ich zwischen Produktentwicklung, Kundenbetreuung und Strategie-Meetings jongliere.
Baustelle mit Aussicht
Während die Honigernte also eher bescheiden ausfiel, ging es auf einer anderen Baustelle umso besser voran: Mein Imkereigebäude nimmt langsam aber sicher Gestalt an! Wer mir auf der Webseite oder in den sozialen Medien folgt, hat vielleicht schon den einen oder anderen Fortschrittsbericht gesehen. Die Wände stehen, das Dach ist drauf, und wenn alles gut läuft, kann ich nächste Saison schon in meiner eigenen Imkereiwerkstatt arbeiten.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue! Endlich genug Platz für all die Gerätschaften, eine vernünftige Honigküche und – das Beste – eine richtige Werkstatt für meine Beutenbau-Experimente. Denn wie ihr wisst, kommt bei Süßhobel nicht nur das Süße von den Bienen, sondern auch der Hobel vom Holz. Die Kombination aus meiner alten Leidenschaft fürs Tischlerhandwerk (ja, die HTL-Ausbildung war doch zu etwas gut!) und der neuen für die Imkerei wird hier endlich einen gemeinsamen Raum finden.
Es ist schon verrückt: Tagsüber entwickle ich mit meinem Team bei ovos digitale Lernwelten und tüftle an spielerischen Wissensvermittlungskonzepten, und am Wochenende stehe ich dann mit Hammer und Säge in der Werkstatt oder bei meinen Bienen. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und genau das macht den Reiz aus.
Schnell sein lohnt sich
Jetzt kommt der Teil, wo ich ein bisschen Werbung in eigener Sache machen muss (verzeiht mir!): Von der diesjährigen Ernte sind nur noch einige wenige Gläser verfügbar. Wenn der Trend der letzten Wochen anhält, wird spätestens zu Weihnachten alles ausverkauft sein. Also, wer noch ein Glas des feinen 2025er Jahrgangs mit dieser unverwechselbaren Himbeernote ergattern möchte, sollte nicht mehr allzu lange zögern.
Ich weiß, ich weiß – "limitierte Verfügbarkeit" klingt immer so nach Verkaufstaktik. Aber bei einer Drei-Völker-Produktion ist das leider schlicht die Realität. Als jemand, der beruflich viel mit Skalierung und Wachstum zu tun hat, muss ich bei der Imkerei bewusst einen Gang zurückschalten. Qualität vor Quantität war schon immer mein Motto bei Süßhobel, und das wird sich auch nicht ändern.
Der Blick nach vorne
Die Bienen sind mittlerweile eingewintert und träumen hoffentlich von blühenden Wiesen und warmen Sommertagen. Für mich als Imker ist die Saison damit offiziell beendet – Zeit durchzuatmen und die nächsten Schritte zu planen.
Und da steht einiges an! Die Erweiterung des Völkerbestands hat oberste Priorität. Ich liebäugle mit einer Verdopplung auf sechs bis acht Völker, vielleicht sogar zehn, wenn sich gute Schwärme finden lassen. Das neue Imkereigebäude wird dann auch genug Platz für die zusätzlichen Beuten bieten. Außerdem plane ich, mich intensiver mit der Königinnenzucht zu beschäftigen. Ein spannendes Thema, über das ich euch sicher im nächsten Jahr mehr berichten werde.
Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich Parallelen zwischen meinen beiden Welten ziehe: Die strukturierte Herangehensweise aus der Produktentwicklung hilft mir bei der Betriebsplanung der Imkerei. Andererseits lehren mich die Bienen Geduld und Demut vor der Natur – Eigenschaften, die in der schnelllebigen Digitalwelt oft zu kurz kommen.
Ein Dankeschön zum Schluss
Bevor ich diesen Beitrag beende, möchte ich noch Danke sagen. Danke an alle, die meine kleine Imkerei unterstützen, sei es durch den Kauf eines Glases Honig, durch aufmunternde Worte oder einfach durch ihr Interesse an meinem etwas ungewöhnlichen Weg vom Tischler über die Architektur zur Digitalagentur – und parallel dazu zum Hobbyimker. Es ist diese Gemeinschaft, die das Ganze so besonders macht.
Die Saison 2025 war vielleicht nicht die ertragreichste, aber sie war lehrreich und hat mir wieder gezeigt, dass Imkerei vor allem eines ist: Geduld. Geduld mit den Bienen, Geduld mit dem Wetter, Geduld mit sich selbst. Und während draußen langsam der Winter Einzug hält, arbeite ich weiter an meinem Traum von einer kleinen, aber feinen Imkerei, die nicht nur guten Honig produziert, sondern auch einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leistet.
In diesem Sinne: Genießt die besinnliche Zeit, gönnt euch ab und zu einen Löffel guten Honigs (vielleicht sogar von Süßhobel 😉) und bleibt neugierig!
Euer Jochen
P.S.: Im nächsten Blogbeitrag nehme ich euch mit auf die Baustelle und zeige euch, wie das neue Imkereigebäude Gestalt annimmt. Es wird spannend!
Ernte 2025: Klein aber fein